Grundrente kommt 2021

Ist mit der Grundrente die Grundsicherung abgewendet?

 

Die Koalition hat sich geeinigt. Zum 1. Januar 2021 soll die Grundrente einge- führt werden, von der 1,3 Millionen Rent- nerinnen und Rentner profitieren, zu rund 70 Prozent Frauen. Die Grundrente ist ein Zuschlag zur Rente. Mit diesem Zuschlag soll der Gang zum Sozialamt zur Beantragung der Grundsicherung vermeidbar werden.

 

Grundrentenzeit 33 Jahre

Die Grundrente wird für Rentner einge- führt, die mindestens 33 Jahre Pflicht- beiträge aufgrund einer Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben (Grundrentenzeiten).


Erhöht wird die erreichte Rente, wenn die Arbeitsentgelte während des Erwerbs- lebens unterdurchschnittlich waren. Wer ein Brutto-Arbeitsentgelt von min- destens 30 Prozent und unter 80 Prozent des Durchschnittsentgelts der Arbeit- nehmer während seiner Erwerbstätigkeit bezog, dies entspricht 2020 einem Lohn im Monat zwischen rund 1.000 Euro und unter 2.700 Euro, kann auf die Grundrente hoffen. Minijobber mit ihrem geringen Entgelt, das als ergänzendes Einkommen angesehen wird, sind mit diesem Lohn nicht in die Grundrente einbezogen.

 

Berechnung der Grundrente

Den vollen Zuschlag zur Rente erhalten Rentner, die 35 Jahre erfüllt haben. Grund- lage des Zuschlags ist die Rente, die ein Versicherter nach 35 Versicherungsjahren mit einem Arbeitsentgelt von 80 Prozent des Arbeitnehmerdurchschnittsentgelts erhält. Am 1. Januar 2021 ist dies eine Brutto-Rente von 957,80 Euro. Der Unter- schied zwischen der eigenen Rente und

der Zielrente, vermindert um 12,5 Prozent, ergibt die Grundrente.

 

Einkommensprüfung

Der Zuschlagsbedarf wird durch eine Einkommensprüfung festgestellt. Über- steigt das Einkommen den Freibetrag für Alleinstehende von 1.250 Euro im Monat und für Ehepaare / Lebenspartner 1.950 Euro im Monat, wird die Grundrente um 60 Prozent des übersteigenden Einkom- mens gemindert.

 

Beträgt das Einkommen eines Alleinste- henden mehr als 1.600 Euro und von Ehepaaren mehr als 2.300 Euro, wird der übersteigende Betrag voll auf die Grund- rente angerechnet.

 

Leider lässt sich nicht ausschließen, dass viele künftige Grundrentenbezieher zusätzlich Grundsicherungsleistungen beantragen müssen, weil der Zahlbetrag ihrer Rente, insbesondere bei Versi- cherten, die unter 40 Versicherungs- jahre nachweisen, häufig unterhalb des Grundsicherungsbedarfs liegt.